Wegweiser Klinik-Zertifikate

SaluWAY_Wegweiser_2Viele Krankenhäuser werben mit Gütesiegeln und Zertifikaten, die von unterschiedlichsten Organisationen vergeben werden. Die Liste ist lang und reicht vom „Anerkannten Gefäßzentrum“ bis zum „Zertifizierten Diabeteszentrum“. Gemeinsam mit dem Bundesverband Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen e.V. (BBfG) und dem Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK) veröffentlicht Saluway mit dem Wegweiser Klinik-Zertifikate die deutschlandweit erste Übersicht über die wichtigsten und aussagekräftigsten Krankenhaus-Siegel. Wie ein Reiseführer hilft der Wegweiser Patienten bei der Wahl ihres Krankenhauses durch den Zertifikate-Dschungel. In folgender Übersicht listet Saluway die für Patienten hilfreichsten und wichtigsten Siegel auf und versieht sie mit dem Stempel “patientenorientiert”. Orientiert haben sich Saluway, BPiK und BBfG bei ihrer Auswahl an den häufigsten Gründen für einen Krankenhausaufenthalt.

An Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben in Deutschland mehr Menschen als an Krebs. Mit mehr als einer Million Diagnosen im Jahr 2014 sind kardiologische Erkrankungen der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte. Dazu zählen Herzinfarkt, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzenge, Vorhofflattern und Vorhofflimmern aber auch Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Ein Eingriff bei akuten Herzerkrankungen ist nicht planbar. Dennoch lohnt es sich für Patienten und deren Angehörige, auf die folgenden Zertifikate zu achten, die gewährleisten, dass Patienten eine Behandlung auf höchstem Niveau erhalten.

Mit dem Siegel „Chest Pain Unit DGK zertifiziert“ garantiert die ausstellende Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., dass unklare Thoraxschmerzen schnell und zielgerichtet abgeklärt und umgehend therapiert werden. Geprüft werden unter anderem räumliche Voraussetzungen, vorhandene technische Geräte sowie Diagnostik und Therapie.

DHL_zhz_logoDas Siegel „Zertifiziertes Hypertonie Zentrum“ vergibt die Deutsche Hochdruckliga e.V. seit 2012 und bürgt damit für höchste Qualität. Zertifizierte Kliniken beschäftigen mindestens zwei Hypertensiologen, kooperieren mit angrenzenden Fachbereichen, sind räumlich für die ambulante sowie stationäre Diagnostik und Therapie von Hypertonie gerüstet und verfügen über alle notwendigen diagnostisStemple_Saluway_HG_angepasstchen Verfahren. Außerdem bieten sie eine 24-stündige Notfallversorgung und nicht-medikamentöse Interventionen wie Sportmedizin und Diätberatung an.

DKG_Logo_zertifiziertes_Zentrum_v1Als eines der wichtigsten Kriterien für die Wahl einer Onkologischen Klinik dienen die Zertifizierungen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der bundesweit größten wissenschaftlich-onkologischen Fachgesellschaft. Krebs zählt in Deutschland laut Statistischem Bundesamt als zweithäufigste Todesursache. 2014 starben rund 225.000 Menschen daran. Laut Krebsinformationsdienst erkranken in der BRD im Jahr rund 500.000 Menschen neu an Krebs.

Mit ihrem Zertifizierungssystem möchte die DKG die Betreuung onkologischer Patienten verbessern und eine an hohen Qualitätsmaßstäben orientierte Behandlung ermöglichen. Die umfangreichen Kriterien sind in ausführlichen Erhebungsbögen festgehalten und verlangen neben höchsten qualitativen AnsStemple_Saluway_HG_angepasstprüchen unter anderem auch interdisziplinare Kooperation.

Dass sie die Leitlinien erfüllen, müssen Krankenhäuser jährlich aufs Neue nachweisen. Für eine detaillierte Suche listet die DKG alle zertifizierten Zentren unter www.oncomap.de auf.

Bundesweit leiden mehr als sechs Millionen Menschen an Diabetes. Nicht nur in Deutschland gehört das Leiden zur Volkskrankheit Nummer eins. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen, die die Krankheit zu einer globalen Bedrohung der Menschheit erklärte, wird sich die Zahl der weltweit an Diabetes erkrankten Menschen bis zum Jahr 2014 um mehr als das Doppelte auf 642 Millionen erhöhen. Betroffen sind nicht nur Erwachsene. Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) leiden in Deutschland 300.000 Menschen an Diabetes Typ 1, darunter 35.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. An Typ 2 erkranken pro Jahr bundesweit rund 270.000 Menschen.

Um betroffenen Patienten die Klinik-Auswahl zu erleichtern, vergibt die DDG verschiedene Zertifizierungen. Die Basisanerkennung „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ wird an Kliniken, Arztpraxen oder Medizinische Versorgungszentren vergeben, die ein gutes diabetologisches Qualitätsniveau nachweisen können. Für die Auszeichnung müssen bestimmte Personalvorgaben ebenso eingehalten werden wie beispielsweise der Nachweis eines eigenen Labors und eine bestimmte Anzahl an Behandlungszahlen. Zertifizierte Arztpraxen und Kliniken listet die DDG auf ihre Website auf.

Auch die Behandlung der rund 2,1 Millionen Patienten, die nicht wegen sondern mit Diabetes in eine Klinik kommen, möchte die DDG nach eigener Aussage verbessern. Dazu zertifiziert sie ausgewählte Akutkrankenhäuser und Reha-Kliniken mit dem Prädikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“. Bedingungen für die Auszeichnung sind neben bestimmten personellen Voraussetzungen unter anderem, dass bei jedem Patienten bei Aufnahme der Blutzuckerspiegel gemessen und ab einem Wert von mehr als 200 mg/dl ein diabetologisch versierter Arzt informiert wird, auf jeder Station Notfallequipment für Diabetespatienten vorhanden ist und der Behandlungsprozess einem bestimmten Ablaufschema folgt.

Darüber hinaus vergibt die DDG die Zertifikate „Fußbehandlungseinrichtung DDG“ für eine optimale Therapie des Diabetischen Fußsyndroms, „Diabetesschwerpunktpflegedienst (DDG)“ für den Nachweis besonderer Fachkompetenz für pflegebedürftige ältere Patienten mit Diabetes und das „Zertifizierte Diabeteszentrum Diabetologikum DDG mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement“, das eine Erweiterung der früheren Basisanerkennung „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ darstellt.

Gelenkerkrankungen wie Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose) und Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthorse) zählen zu den häufigsten Gründen für einen Klinikaufenthalt. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Arthrose nur noch durch den Einsatz eines Oberflächenersatzes oder künstlichen Gelenks gestoppt werden.

Abbildung Zertifikat endoCertBei der Wahl des Krankenhauses und Operateurs sollten sich Patienten am Siegel „zertifiziertes Endoprothetikzentrum, EPZ“ orientieren. Nach diesem Verfahren ausgezeichnete Kliniken erfüllen die strengen Qualitätsanforderungen der Initiative EndoCert der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Dazu zählen unter anderem, dass Patienten intensiv eingebunden und über die Behandlung informiert werden, die Zentren erfüllen ein nachweisbar hohes Maß an Sicherheit für die Erkrankten und die operierenden Chirurgen können eine bestimmte Anzahl von Protesen-Operationen und damit genügend Erfahrung vorweisen. Jede zertifizierte KliniStemple_Saluway_HG_angepasstk hat sich darüber hinaus verpflichtet, die Behandlungsergebnisse ihrer Endoprothesen-Operationen konsequent zu überprüfen, Komplikationen zu erfassen und die Ergebnisse dem bundesweiten Endoprothesenregister zu übermitteln (www.eprd.de).

Abbildung: Qualitätssiegel GeriatrieDer Bundesverband Geriatrie vergibt an Krankenhäuser mit Einrichtungen speziell für ältere Menschen das Qualitätssiegel Geriatrie, das alten Menschen und ihren Angehörigen die Suche nach einem geeigneten Krankenhaus erleichtern kann.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird die Anzahl der Menschen im Alter ab 65 Jahren weiter steigen. Im Jahr 2060 werden 22 bis 23 Millionen Deutsche älter als 65 Jahre sein. Das ist jeder Dritte. Umso wichtiger ist, dass ältere Menschen in Krankenhäusern bestens versorgt werden.

Genau das macht die geriatrische Medizin, die sich mit Erkrankungen und Unfallfolgen älterer Menschen befasst. Dabei konzentriert sie sich mit einem ganzheitlichen Ansatz auf die Therapie von Immobilität, Sturz, Inkontinenz, Demenz, Depressionen und Mangelernährung. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen so lange wie möglichStemple_Saluway_HG_angepasst zu erhalten.

Mit dem Qualitätssiegel Geriatrie weisen Kliniken ihre hohe Versorgungsqualität auf diesem Gebiet nach. Alle zertifizierten Kliniken führt der Bundesverband hier auf.

Neues Logo EurSafetyFür ausgezeichnetes Hygienemanagement steht das MRSA-Qualitätssiegel des EurSafety Qualitätsverbunds. Das ist vor allem deshalb nötig, weil sich in Deutschland nach Schätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Patienten mit sogenannten Krankenhauskeimen infizieren. 20.000 bis 40.000 Menschen sterben Studien zufolge pro Jahr an einer Infektion mit den multiresistenten Erregern. Die meisten Antibiotika sind dagegen wirkungslos. Auslöser ist meist der sogenannte „Methicillin-resistente Staphylococcus aureus“ (MRSA), ein relativ häufig vorkommender Haut und Nasenschleimhaut-Keim, der in bestimmten Fällen zu nur schwer behandelbaren Infektionen führen kann.

Das MRSA-Qualitätssiegel steht unter anderem für die konsequente Einhaltung hoher Hygienestandards, etwa die frühzeitige Untersuchung von Risiko-Patienten auf multiresistente Keime, das sorgfältige Umgehen mit Patienten, die mit resistenten Keimen besiedelt sind, das Stemple_Saluway_HG_angepasstAntibiotika-Management sowie regelmäßige Schulungs- und Präventionsmaßnahmen für die Mitarbeiter des Krankenhauses. Eine Auflistung aller Einrichtungen, die mit einem oder mehreren Qualitätssiegeln der EurSafety Health-Net Stiftung ausgezeichnet wurden, finden Sie hier: http://eursafety.eu/DE/projektteilnehmer/krankenhaeuser_siegel.html

Mit bundesweit etwa 120.000 Fällen im Jahr 2014 zählte der Schlaganfall zu den häufigsten Diagnosen für einen stationären Klinikaufenthalt. Betroffene bzw. deren Angehörige sollten sich an dem Zertifikat „Stroke Unit“ der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft orientieren. Bei einem Schlaganfall ist schnelle Hilfe gefragt, um Leben zu retten und eventuelle langfristige Schäden zu verhindern.

Stroke Units sind spezialisierte neurologische Stationen, die Patienten gemäß der Kriterien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) behandeln. Eine von der DSG zertifizierte und speziell ausgestattete Stroke Unit bietet Schlaganfallpatienten modernste Diagnose- und Stemple_Saluway_HG_angepasstAkutversorgungsmethoden. Geprüft werden zum Beispiel strukturelle Voraussetzungen wie Bettenkapazität und neurologische Kompetenz, (technische) Möglichkeiten zur Diagnostik und Überwachung und ob vorgegebene Personal-Schlüssel eingehalten werden.

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