Gröhe in Bezug auf Pflegeausbildung kompromissbereit

Im Streit um die geplante generalistische Pflegeausbildung lenkt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe offenbar ein. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Gesundheitsportals BibliomedManager hervor. Mit der demonstrierten Kompromissbereitschaft geht Gröhe auf Kritik aus den Reihen zahlreicher Verbände ein.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Copyright: BMG/Jochen Zick

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Copyright: BMG/Jochen Zick

Die in einer öffentlichen Anhörung des Bundestages Ende Mai geäußerten Zweifel sollen in Teilen aufgenommen werden, heißt es. Unter anderem könne die künftige Berufsbezeichnung weiterhin eine Spezialisierung in der Ausbildung wiedergeben. Das wäre mit einem einheitlichen Namen nicht mehr der Fall gewesen. Auch die geforderte Zwischenprüfung nach zwei Jahren halte Gröhe für möglich. Auszubildende könnten sich so für einen Helfer- oder Assistenzberuf qualifizieren.  Grundsätzlich will Gröhe aber an der geplanten generalistischen Ausbildung mit den drei Bereichen Alten-, Kinder- und Krankenpflege festhalten. Ein von den Grünen vorgeschlagenes Modell mit drei verschiedenen Ausbildungsberufen lehnt der Bundesminister ab.

Mit der generalistischen Ausbildung sollen die drei Berufe Alten-, Kinder- und Krankenpflege zusammengeführt und damit ein Wechsel zwischen den Bereichen erleichtert werden. Das neue Gesetz soll auch dem Umstand entgegenkommen, dass beispielsweise den Krankenhäusern immer mehr Altenpflege abverlangt wird, während in Pflegeheimen zunehmend medizinische Versorgung notwendig ist. Zudem werden Finanzierung und Ausbildungsvergütung neu geregelt und der Pflegeberuf durch die Einführung eines einschlägigen Studiums aufgewertet.

Fachverbände äußern sich kritisch. Die Bundesärztekammer (BÄK) erklärte, sie könne erst bewerten, ob die zukünftigen Pflegekräfte besser auf die wachsenden Anforderungen vorbereitet würden, wenn eine entsprechende Prüfungsverordnung vorliege. Neben der Sorge um die Finanzierung bemängeln der Deutsche Berufsverband Altenpflege e.V., der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund weiterhin den möglichen Kompetenzverlust durch die Kombination von drei Ausbildungen ohne eine Verlängerung der Ausbildungszeit.

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Frauke Sievers
Chefredakteurin
Jahrgang 1983, geboren in Lehrte. Studium der Politikwissenschaften und der Germanistischen Sprachwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Freie Journalistin u. a. für die Leipziger Volkszeitung und die Deutsche Presseagentur. Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung