Trotz Arthrose: Nach 5 Wochen wieder auf dem Rennrad

Schmerzen – für Richard Geiler waren sie jahrelang ständige Begleiter. Nicht nur beim Sport litt der begeisterte Rennradfahrer, auch alltägliche Dinge wie das morgendliche Aufstehen oder Treppensteigen wurden für den damals 39-jährigen zunehmend zur Qual. „Irgendwann war es so schlimm, dass ich mir nicht einmal mehr meine Schuhe zubinden konnte“, erinnert er sich. Die niederschmetternde Diagnose: Hüftgelenks-Arthrose.

Abbildung: Viele Menschen in Deutschland leiden unter Arthrose.

Viele Menschen in Deutschland leiden unter Arthrose. © twinsterphoto – Fotolia.com

Ein Schock für Richard Geiler. Es folgte eine Zeit voll Unsicherheit und fortschreitender Schmerzen. Irgendwann war klar: So konnte und durfte es nicht weitergehen. „Es musste etwas passieren“, sagt Geiler. Er unterzog sich 1996 der ersten Hüftgelenksoperation bei Chefarzt Dr. Bruno Schweigert an der Klinik für Orthopädie des Ortenau Klinikums in Offenburg-Gengenbach, ein zweiter Eingriff folgte 1997. Beide Operationen verliefen erfolgreich. Richard Geiler erinnert sich: „Am 18. Dezember war der OP-Termin. Fünf Wochen später, am 26. Januar, saß ich bereits wieder auf dem Rennrad.“ Heute ist er 60 und fährt seinen Altersgenossen sogar auf steilen Alpenpässen davon.

Neues Lebensgefühl

Bettina Müller kann Geilers Freude über das neu gewonnene Lebensgefühl gut nachempfinden. Bei ihr hatte sich die Hüftarthrose zunächst mit leichten Stichen in der Hüfte bemerkbar gemacht. Doch es wurde immer schlimmer. Bei einem Besuch im Freizeitpark wurde ihr klar, dass sie so nicht weiterleben konnte. „Als mein Sohn auf ein Karussell zurannte, lief ich reflexartig hinterher. Plötzlich spürte ich meinen linken Fuß nicht mehr und stürzte zu Boden“, sagt die heute 45-jährige. Auch sie entschied sich für eine Hüft-OP am Ortenau Klinikum – um wieder Freude am Leben und an Bewegung zu haben. Die Krankheit sollte nicht die Oberhand gewinnen.

Volksleiden Arthrose

Weltweit ist Arthrose, der frühzeitige Verschleiß von Knorpeln, die häufigste Gelenkerkrankung. Sie entsteht, wenn die schützende Knorpelschicht in den Gelenken dünner wird, bis die Knochen aufeinander reiben und sich verformen. Dies verursacht Schmerzen, die manchmal nur noch durch den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes gestoppt werden können.

Arthrose des Kniegelenks © Visioness

Arthrose des Kniegelenks © Ortenau Klinikum

„Ursache für übermäßigen Gelenkverschleiß ist meist eine zu hohe Belastung, etwa aufgrund erhöhten Körpergewichts, angeborener oder verletzungsbedingter Fehlstellungen der Gelenke oder von Bewegungsmangel“, erklärt Dr. Bruno Schweigert. Als Chefarzt und Ärztlicher Leiter der Fachklinik für Orthopädie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Orthopädische Rheumatologie am Ortenau Klinikum in Gengenbach und Oberkirch hat Dr. Schweigert schon mehr als 5.000 endoprothetische Operationen durchgeführt.

Konservative Maßnahmen ausschöpfen

Auch wenn eine Arthrose nicht rückgängig zu machen ist: Durch das richtige Verhalten können Betroffene in jedem Stadium der Krankheit sehr viel selbst tun, etwa durch Gewichtsabnahme und vor allem Bewegung. „Eine Operation wird dann notwendig, wenn die konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie oder lokale Schmerztherapien nicht weiterhelfen“, so Dr. Schweigert. Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem die Patienten dauerhaft unter Schmerzen und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung leiden. Dann kann durch den Einsatz einer Prothese eine echte Steigerung der Lebensqualität erreicht werden. „Auch sportliche Betätigung ist problemlos wieder möglich, egal ob Radfahren, Langlauf, Nordic Walking oder Schwimmen“, so Dr. Schweigert, der auf die jahrzehntelange Erfahrung der Fachärzte der Gengenbacher Orthopädie verweist. Dort werden in Folge von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates jährlich über 1.000 arthroskopische Eingriffe am Knie, an der Schulter, am oberen Sprunggelenk sowie am Ellenbogen durchgeführt. Im Schwerpunkt Gelenkersatzoperationen (Endoprothetik) an der Hüfte, am Knie und Ellenbogen, an der Schulter und am Sprunggelenk werden mehr als 1.100 Prothesen eingebaut, darunter rund 500 Kniegelenksendoprothesen und etwa 500 Hüftgelenksendoprothesen.

Quelle: Ortenau Gesundheitswelt

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Felix Gimm
Volontär
Jahrgang 1988, geboren in Eberbach. Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Jena, Thessaloniki (GR) und Marburg.