Ernährung gegen Depression

Weltweit leiden nach Schätzungen von Experten rund 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Laut Weltgesundheitsorganisation wird die Krankheit bis 2020 die zweithäufigste sein. Besonders prädestiniert für trübe Gedanken ist die kalte, dunkle Jahreszeit. Prof. Dr. Hans-Georg Krengel, Leitender Arzt der Klinik für Innere Medizin und Ernährungsexperte am Katholischen Klinikum Essen, kennt Rezepte gegen Winterdepressionen.

Prof. Dr. Krengel, Leitender Arzt der Klinik für Innere Medizin am Katholischen Klinikum Essen.

Prof. Dr. Krengel, Leitender Arzt der Klinik für Innere Medizin am Katholischen Klinikum Essen. © Katholisches Klinikum Essen

Pünktlich zur Weihnachtszeit hat der Mediziner eine erfreuliche Nachricht: „Schokolade macht glücklich.“ Kakao, sowohl am Stück als auch in flüssiger und wärmender Form, enthalte viel Serotonin. Das sogenannte Glückshormon bindet sich im Körper an bestimmte Rezeptoren und beeinflusst die Stimmung. Ein Mangel kann sich in Depressionen äußern.

Enthalten ist Serotonin neben Schokolade in vielen mediterranen Lebensmitteln. Prof. Dr. Krengel rät daher – auch im Winter – zu viel Obst, Gemüse und Fisch. Vor allem Ananas, Mangos, Bananen, Himbeeren und Erdbeeren würden Serotonin aktivieren. „Mit Sonnenfrüchten kann man trübe Stimmung aufhellen“, meint der Fachmann. Auch alles, was gut riecht und schmeckt, hebe die Stimmung: Zitronenschalen, Orangenaroma, Zimt, Nelken, Anis, Vanille. „Depressive brauchen Reize.“ Gegen trübe Gedanken würden deshalb auch scharfe Speisen helfen.

Darüber hinaus empfiehlt er neben ausreichend Wasser fitmachende Vitamin-Drinks aus Äpfeln, Brokkoli, Blumenkohl, Karotten und gemischten Beeren. Auch Nüsse, zum Beispiel in Plätzchen kombiniert mit Schokolade, seien hervorragende Glücksboten im Winter, ebenso wie alles, was von innen wärmt: Kaffee am Vormittag, nachmittags und abends Tee und gelegentlich einen heißen Kakao. Daneben appelliert der Mediziner zu viel Bewegung, am besten an der frischen Luft, um einem Vitamin-D-Mangel entgegenzuwirken.

Vermieden werden sollten vor allem Salz und Zucker. Letzteres liefere zwar schnelle Energie, die zu einer drei Stunden andauernden Insulinspitze führe. „Auf die kurze Zeit der Freude folgt allerdings eine Unterzuckerung, die depressiv machen kann“, so Prof. Krengel. Besser sei eine gleichförmige Energiezufuhr. Schokolade, die ebenfalls viel Zucker enthält, sei in geringen Maßen deshalb nicht problematisch, weil sie auch Fett enthält und damit vom Körper nicht so schnell abgebaut werde. Allerdings – und das ist die schlechte Nachricht – würden wir Deutschen viel zu viel Schokolade essen. Sein Tipp: das richtige Maß einhalten. „Lieber ein bisschen sündigen, als heimlich in Massen“, meint Prof. Krengel, der gerade in der Weihnachtszeit selbst gerne mal zu der süßen Versuchung greift. „Sie schmeckt einfach lecker und macht glücklich“, findet er.

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Frauke Sievers
Chefredakteurin
Jahrgang 1983, geboren in Lehrte. Studium der Politikwissenschaften und der Germanistischen Sprachwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Freie Journalistin u. a. für die Leipziger Volkszeitung und die Deutsche Presseagentur. Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung