Krankenkassen erzielen Milliarden-Überschuss

Das Bundesgesundheitsministerium teilt mit, dass die gesetzlichen Krankenkassen nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2016 einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro erzielt haben. Damit steigen die Finanz-Reserven der Krankenkassen auf mehr als 15,9 Milliarden Euro. Am Ende des vergangenen Jahres betrug die Gesamt-Reserve von Krankenkassen und Gesundheitsfonds zusammen 25 Milliarden Euro. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zeigt Zufriedenheit: „Die gesetzliche Krankenversicherung steht mit Reserven von 25 Milliarden Euro weiterhin auf einer guten Grundlage. Das zeigt, die Panikmache, mit der Versicherte verunsichert wurden, hat sich als falsch erwiesen.

Bild: Die Krankenkassen können über einen Überschuss von mehr als 1,3 Milliarden Euro freuen. ©Visioness

Die Krankenkassen können über einen Überschuss von mehr als 1,3 Milliarden Euro freuen. © Stockfotos-MG / Fotolia

Einnahmen in Höhe von rund 224,15 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 222,77 Milliarden Euro gegenüber. Die Finanzergebnisse der Krankenkassen haben sich damit insgesamt im Vergleich zu 2015 um rund 2,5 Milliarden Euro verbessert.  Je Versicherten gab es einen Anstieg der Ausgaben von 3,3 Prozent. Dies ist der niedrigste Anstieg seit 2012 und liegt deutlich unterhalb des Ausgabenzuwachses, den der Schätzerkreis im Oktober 2015 mit 4,3 Prozent für das Gesamtjahr 2016 prognostiziert hatte.

Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten

Die differenzierte Betrachtung des Gesamtüberschusses von 1,38 Milliarden Euro nach Krankenkassenarten ergibt folgendes Bild: Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen) erzielten einen Überschuss von rund 935 Millionen Euro, die Ersatzkassen von 321 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von rund 29 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See von 100 Millionen Euro und die landwirtschaftliche Krankenversicherung von 34 Millionen Euro. Lediglich die Innungskrankenkassen (IKKen) wiesen ein geringfügiges Defizit von rund 33 Millionen Euro aus.

Verwaltungskosten der Krankenassen steigen

Darüber hinaus stiegen die Verwaltungskosten der Krankenkassen  2016 um 5,5 Prozent. Das Bundesgesundheitsministerium begründet dies damit  dass eine Reihe größerer Krankenkassen bei einer positiven Finanzentwicklung vor allem im 4. Quartal deutlich höhere Ausgaben für die zukünftige Altersversorgung ihrer Beschäftigten vorgenommen haben als im vergangenen Jahr. So betrugen die Rückstellungen für die zukünftige Altersversorgung 2015 rund 420 Millionen Euro; 2016 rund 797 Millionen Euro. Grundsätzlich fordert das Ministerium im Bereich der Verwaltungskosten sparsam mit den Beitragsmitteln der Versicherten umzugehen.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

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Felix Gimm
Volontär
Jahrgang 1988, geboren in Eberbach. Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Jena, Thessaloniki (GR) und Marburg.