AOK Rheinland/Hamburg begrüßt ersten Tag des Patienten

“Der Patient sollte im Mittelpunkt stehen – nicht im Weg”, findet Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. Er lobt im Interview deshalb den deutschlandweit ersten Tag des Patienten, der am 26. Januar in verschiedenen Krankenhäusern und Kliniken stattfindet. Mit Veranstaltungen und Vorträgen soll auf die Rechte von Patienten aufmerksam gemacht werden.

Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg

Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg © AOK

Krankenhäuser und Kliniken sollten den Ausbau und die Wahrung von Patientenrechten als Chance ansehen“, sagt Rolf Buchwitz, der den Tag des Patienten als wichtigen Impuls sieht. „Selbstbewusste und über ihre Rechte informierte Patienten verbessern Behandlungszufriedenheit und Therapieerfolg.“ Mit dem vor knapp zwei Jahren in Kraft getretenen Patientenrechtegesetz sei ein erster, wichtiger Schritt getan. „Das deutsche Patientenrechtegesetz ist fortschrittlich und modern. Doch kaum ein Patient kennt die Inhalte. Hier ist Aufklärung dringend notwendig“, mahnt Buchwitz. Die Rolle der gesetzlichen Krankenkassen bei der Vermittlung und Durchsetzung von Patientenrechten sieht der Vorstand der größten gesetzlichen Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen und zweitgrößten in Hamburg in der Unterstützung von Kunden und Patienten sowie im Dialog mit Krankenhäusern und Kliniken.

Rolle von Patientenfürsprechern in Krankenhäusern

Der erste Tag des Patienten am 26. Januar 2016 ist eine gemeinsame Initiative des Bundesverbands Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen e.V. sowie des Bundesverbands Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V.  Ziel des Aktionstages ist es, auf die Arbeit von Patientenfürsprechern in Krankenhäusern und Kliniken aufmerksam zu machen. „Die Rolle von Patientenfürsprechern in Krankenhäusern sehen wir als Krankenkasse sehr positiv. Diese sind eine wirkungsvolle und unkomplizierte Anlaufstelle für Patienten, die Unterstützung benötigen“, sagt Buchwitz.

Detlef Schliffke, Patientenfürsprecher am Katholischen Klinikum Essen und 1. Vorsitzender des Bundesverbands Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK), erhofft sich vom Tag des Patienten ein deutliches Signal. „Es gibt Jahrestage zu unterschiedlichsten Anlässen und Erkrankungen“, erklärt der BPiK-Vorsitzende, „aber noch keinen Tag, mit dem auf die Rechte derer aufmerksam gemacht wird, die von diesen Krankheiten betroffen sind: die Patienten“. Neben dem Katholischen Klinikum Essen nehmen unter anderem das Baden Württembergische Ortenau Klinikum sowie das Klinikum Dortmund teil.

Interview mit Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg

Im Jahr 2013 wurden mit dem Patientenrechtegesetz wichtige Patientenrechte festgeschrieben. Was hat sich aus Ihrer Sicht seitdem geändert?

Rolf Buchwitz: Wir haben festgestellt, dass sich die Fehlerkultur in den Krankenhäusern und Kliniken durchaus verbessert hat. Verantwortliche gehen mit Fehlern offener um, überprüfen Bereiche und Organisationen auf Optimierungsmöglichkeiten und schulen Mitarbeiter gegebenenfalls nach.

Wo sehen Sie in Sachen Patientenrechte noch Defizite?

Rolf Buchwitz: Das Bewusstsein für Patientenrechte in den Krankenhäusern und Kliniken ist noch nicht so stark ausgeprägt, wie es sein sollte. Ein offener Umgang mit Beschwerden, die oft in engem Zusammenhang mit den Patientenrechten stehen, sollte stärker gelebt werden, als es bisher der Fall ist. Unserer Erfahrung nach kennen zu wenige Patienten ihre Rechte; in der Kommunikation muss mehr getan werden. Wir befürworten deshalb den ersten Tag des Patienten.

Was wünschen Sie sich persönlich zum Tag des Patienten – welche Botschaft sollte von diesem neuen Jahrestag ausgehen?

Rolf Buchwitz: Krankenhäuser und Kliniken sollten die Patientenrechte als Chance ansehen. Denn Patienten werden sich den Kliniken anvertrauen, in denen sie ihre Rechte gewahrt sehen. Der Tag des Patienten muss aus meiner Sicht vor allem eines vermitteln: Der Patient sollte im Mittelpunkt stehen – und nicht im Weg.

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Frank Fischer
Redakteur