Unterfinanzierte Krankenhäuser – überfinanzierte Krankenkassen?

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) reagiert mit Unverständnis auf den Milliarden-Überschuss der Krankenkassen. “Während die Kassen sich mit Beitragsgeldern vollsaugen, die Altersrückstellungen für ihre Mitarbeiter innerhalb von nur zwei Jahren um 1,2 Milliarden Euro aufstocken, werden die Krankenhäuser bei der Refinanzierung der Tarifabschlüsse und bei der Finanzierung der ambulanten Notfallleistungen in nicht länger akzeptabler Weise kurz gehalten”, erklärte der Präsident der DKG, Thomas Reumann, zum Jahresergebnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2016.

Bild: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht eine "eklatante Unterfinanzierung der ambulanten Notfallleistungen ". © Visioness

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht eine “eklatante Unterfinanzierung der ambulanten Notfallleistungen “. © spotmatikphoto / Fotolia

Krankenhäuser unterfinanziert?

Des Weiteren kritisiert der Spitzenverband, dass die Zuwächse der Leistungsausgaben pro Versicherten für die Krankenhausversorgung mit 2,8 Prozent unter dem allgemeinen Ausgabenzuwachs von 3,3 Prozenzt und wesentlich unter den Verwaltungsausgabenzuwächsen von 5,5 Prozent lägen.

Reizthema Notfallleistungen

Angesichts der hohen Überschüsse in der GKV dürfe “die eklatante Unterfinanzierung der ambulanten Notfallleistungen” nicht länger ungelöst bleiben.Unzufriden ist die DKG auch mit der Ausgestaltung der Krankenhausreform in den Selbstverwaltungsgremien. Die von GKV und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV)  beschlossene Abklärungspüauschale in Höhe von 4,74 Euro sorge für eine veschlechterte Vergütung der Notfalleistungen der Krankenhäuser. Die Überschüsse der Krankenkassen sollten deshalb zum Teil durch eine gesetzlich verfügte Erhöhung der EBM-Notfallpauschalen bei den deutschen Krankenhäusern ankommen.

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Felix Gimm
Volontär
Jahrgang 1988, geboren in Eberbach. Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Jena, Thessaloniki (GR) und Marburg.