Erste bundesweite Fachtagung für Patientenfürsprecher

Der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. (BPiK) veranstaltet am 16. November 2016 auf dem 39. Deutschen Krankenhaustag im Rahmen der weltführenden Medizin-Messe Medica in Düsseldorf erstmals eine bundesweite Fachtagung für Patientenfürsprecher. Im Interview stellt Detlef Schliffke, 1. Vorsitzender des BPiK, die Ziele der Fachtagung vor und spricht über Zukunftspläne des Bundesverbandes.

Detlef Schliffke, 1. Vorsitzender des BPiK, freut sich auf den Erfahrungsaustausch im Rahmen der Fachtagung am 16. November 2016 in Düsseldorf.

Herr Schliffke, was sind die Ziele der BPiK-Fachtagung am 16. November 2016?

Detlef Schliffke: Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag bietet dem BPiK im Rahmen des 39. Krankenhaustages eine Plattform, um auf das wichtige Amt des Patientenfürsprechers aufmerksam zu machen. Der BPiK wird sich und seine bisherigen Erfolge vorstellen mit dem Ziel, weitere Kliniken und Krankenhäuser zu erreichen und zu ermutigen, in ihren Häusern Patientenfürsprecher zu beschäftigen. Die BPiK-Fachtagung ist auch ein Erfahrungsaustausch zwischen Patientenfürsprechern. Wir möchten voneinander lernen. Der BPiK versteht sich hier als leitender Bundesverband und unterstützt Patientenfürsprecher mit Handlungsempfehlungen sowie konkreten Marketingmaßnahmen – stets mit dem Ziel vor Augen, der Patientenfürsprache sowie den Rechten der Patienten in Krankenhäusern mehr Gewicht zu verleihen.

Der BPiK wurde im März 2015 gegründet – was konnte der Bundesverband aus Ihrer Sicht bis heute bewegen?

Detlef Schliffke: Der Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e.V. ist heute bundesweit vernetzt und mit seinen Mitgliedern in allen Bundesländern vertreten. Warum ich das betone hat einen guten Grund: In den meisten Bundesländern ist die Berufung des Patientenfürsprechers im jeweiligen Krankenhausgesetz geregelt. Aber eben nicht in allen. Die unterschiedlichen Situationen in den Bundesländern erfordern eine gemeinsame Stimme für die Patientenfürsprecher in Deutschland. Als BPiK sind wir gleichzeitig Ohr und Stimme der Patientenfürsprecher. Wir nehmen uns deren Anliegen an, hören zu und unterstützen sie in vielerlei Hinsicht; so haben wir vor einiger Zeit auf unserer Internetseite eine Übersicht aller Patientenfürsprecher in Deutschland, die im BPiK e. V. Mitglied sind, veröffentlicht.

Mit dem bundesweit ersten Tag des Patienten am 26. Januar 2016 ist es uns gelungen, ein positives Signal für Patientenrechte zu setzen: Zahlreiche Krankenhäuser, u.a. die Paracelsus Klinik in Hannover, das Wichernkrankenhaus in Berlin, das Klinikum Dortmund, das Katholische Klinikum Essen und das Ortenau Klinikum, beteiligten sich mit Vorträgen, Infoständen und eigens für diesen Tag geschalteten Service-Hotlines. Damit machten sie auf die Rechte der Patienten sowie auf die Arbeit der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern aufmerksam.

Wie sehen die Zukunftspläne des BPiK aus?

Detlef Schliffke: Nur gemeinsam sind wir stark. Eines unserer Ziele lautet deshalb, weitere Mitglieder zu gewinnen, um mehr Patientenfürsprecher zu erreichen. Wir werden künftig noch stärker in die Vermittlung von Informationen, Erfahrungen und Wissen innerhalb unserer Mitgliederstruktur gehen, indem wir die Erfahrungen und Informationen unserer Mitglieder aus allen Bundesländern zentral sammeln und innerhalb des Verbandes kommunizieren.

Immer mehr Kliniken und Krankenhäuser erkennen, dass Patientenfürsprecher als Vermittler zwischen Patient und Klinikpersonal einen unschätzbaren Mehrwert bieten. Der BPiK unterstützt Kliniken bei der Integration von Patientenfürsprechern und gibt Empfehlungen, wie diese optimal in den Krankenhausalltag eingegliedert werden können. Dieses Beratungsangebot werden wir weiter ausbauen. So sind wir bereits bei der Suche nach einem Patientenfürsprecher behilflich: Kliniken und Krankenhäuser, die einen Patientenfürsprecher ehrenamtlich beschäftigen möchten, können ihre Ausschreibungen auf unserer Internetseite veröffentlichen.

Abschließend möchte ich auf den Tag des Patienten am 26. Januar 2017 hinweisen: Wir laden alle Kliniken und Krankenhäuser ganz herzlich zur Teilnahme am bundesweiten Aktionstag für Patientenrechte ein. Interessierte Kliniken wenden sich für weitere Informationen am besten direkt an den BPiK.

Kontakt

BPIK (Bundesverband Patientenfürsprecher in Krankenhäusern e. V.)
Tel. 0201 64 00-2023
Fax: 0201 64 00-1390
E-Mail: info@bpik.de
Internet: www.bpik.de

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Frank Fischer
Redakteur