39. Deutscher Krankenhaustag eröffnet

Gestern ist der 39. Deutsche Krankenhaustag eröffnet worden. Rund 1600 Besucher debattieren im Rahmen der weltgrößten Gesundheitsmesse Medica über gesundheitspolitische Themen wie das Krankenhausstrukturgesetz, die Reform der Pflegeausbildung und den notwendigen Einsatz von Patientenfürsprechern in Krankenhäusern.

Abbildung: Rund 1600 Besucher debattieren im Rahmen der weltgrößten Gesundheitsmesse Medica über gesundheitspolitische Themen.

Rund 1600 Besucher debattieren im Rahmen der weltgrößten Gesundheitsmesse Medica über gesundheitspolitische Themen.

Der 39. Deutsche Krankenhaustag bietet den Besuchern vom 14. bis 17. November unter dem Generalthema “Zukunft gestalten” zahlreiche gesundheitspolitische und praxisorientierte Veranstaltungen: Das Spektrum reicht von Qualitätsanforderungen und Krankenhausplanung, Pflege, IT-Einsatz im Krankenhaus, Patientenzufriedenheit, Betriebskostenfinanzierung bis hin zur Schwerpunktveranstaltung „Krankenhausstrukturgesetz: Umsetzungs-Monitoring“.

Thomas Reumann, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), zog in der Auftaktveranstaltung des Krankenhaustages eine Zwischenbilanz zum Krankenhausstrukturgesetz. Den Kliniken sei es zusammen mit der Politik gelungen, ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf den Weg zu bringen. “Mit dem Pflegezuschlag, der Tarifausgleichsrate und den Förderprogrammen für Pflegestellen und Hygiene wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, dass die Mitarbeiter in den Kliniken fair bezahlt und notwendige zusätzliche Kräfte eingestellt werden können”, so der DKG-Präsident. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für die laufenden Kosten der Krankenhäuser deutlich verbessert worden.

“Aber wir müssen ein Jahr später auch feststellen, dass insbesondere die Kostenträger immer wieder Entscheidungen hinauszögern oder aber in der Umsetzung so abändern, dass bei den Kliniken das vorgesehene Geld nicht ankommt. Insgesamt stehen 500 Millionen Euro, die 2016 an die Krankenhäuser fließen sollten, im Stau”, kritisierte er. Beispielhaft nannte Reumann die Zentrumszuschläge, die Situation der Hochschulambulanzen oder die stationäre Notfallversorgung. “Wer die Notfallversorgung tatsächlich verbessern will, muss sicherstellen, dass Notfälle nicht länger strukturell unterfinanziert und durch Budgetregelungen gedeckelt werden”, so der DKG-Präsident.

Bundesgesundheitsminister Gröhe will größere Schritte machen, zumindest bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. BigData, Vernetzung, Telemedizin – auf der Medica in Düsseldorf gibt es die Lösungen dafür bereits zu sehen © 2016 Mhoch4 GmbH und Co. KG.

Dialog und Patientenzufriedenheit im Krankenhausalltag steht auf der Fachtagung des neu gegründeten Bundesverbandes der Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) auf dem Programm. Der BPiK-Vorsitzende Detlef Schliffke spricht über die Rolle von Patientenfürsprechern in Krankenhäusern und den damit verbundenen Nutzen für Patienten. Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, unterstreicht durch seine Mitwirkung bei dieser Veranstaltung die besondere Bedeutung der Patientenfürsprecher für Patienten und Klinikpersonal.

Die Umsetzung des Pflegeberufegesetzes im Krankenhaus steht im Forum „Pflege im Krankenhaus“ im Mittelpunkt der Diskussionen. Dabei werden unter anderem Themen wie die bedarfsgerechte Personalfinanzierung, Ausstattung und Personalschlüssel erörtert. „Das Pflegeberufegesetz ist eines der wichtigsten Gesetzesvorhaben der vergangenen Legislaturperioden. Nicht nur für die professionell Pflegenden selbst, sondern für alle qualitätsbewussten Kliniken, Pflegeeinrichtungen sowie für die Menschen, die heute und zukünftig auf professionelle Pflege angewiesen sind“, erklärte Irene Maier, Kongress-präsidentin des 39. Deutschen Krankenhaustages und Pflegedirektorin am Universitätsklinikum Essen. Sie fordert eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes. “Jedes weitere Hinausschieben wäre fahrlässig, denn es verstärkt den Fachkräftemangel in allen Tätigkeitsfeldern der Pflege und schwächt die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Kliniken.”

Ziel des Krankenhaustages ist es, allen Berufsgruppen im Krankenhaus – Ärzten, Krankenhausdirektoren, Controllern, Technikern, Krankenhausträgern und Pflegepersonal – sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion zu geben. Der von der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK) organisierte Kongress ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt.

 

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Frauke Sievers
Chefredakteurin
Jahrgang 1983, geboren in Lehrte. Studium der Politikwissenschaften und der Germanistischen Sprachwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Freie Journalistin u. a. für die Leipziger Volkszeitung und die Deutsche Presseagentur. Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung