Neue Patientenbeauftrage Fischbach nennt ambitionierte Ziele

Das Bundeskabinett hat gestern die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach in das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung berufen, vermeldet das Bundesgesundheitsministerium. Sie übernimmt das Amt von Karl-Josef Laumann, der in Nordrhein-Westfalen zum Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales ernannt worden ist. Die 60-jährige Fischbach gilt als ausgewiesene Gesundheits- und Sozialpolitikerin und ist seit fast 20 Jahren Bundestagsabgeordnete im Deutschen Bundestag.

Bild: Die neue Patientenbeauftragte Ingrid Fischbach. © BMG/ Laurence Chaperon

Die neue Patientenbeauftragte Ingrid Fischbach. © BMG/ Laurence Chaperon

Patientenbeauftragte forder Stärkung der Patientenrechte

Fischbach möchte die neue Aufgabe mit viel Erfahrung und Leidenschaft angehen: „Das Amt der Patientenbeauftragten und Pflegebevollmächtigten ist eine wichtige und spannende Aufgabe.“  Vor allem möchte sie die Stärkung der Patientenrechte weiter forcieren. Mehr Transparenz in der ärztlichen und pflegerischen Versorgung sei dafür nötig. Zudem fordert sie  von den Krankenkassen mehr Leistungsbewilligungen für Patienten: „Es kann nicht sein, dass präventive Maßnahmen wie beispielsweise Mutter-Vater-Kind-Kuren nicht so wie vom Gesetzgeber gewollt genehmigt, sondern viel zu häufig abgelehnt werden.“ Ein Großteil der Anträge werde zunächst abgelehnt, obwohl der Anspruch berechtigt sei. Die erste Amtshandlung Fischbachs soll eine Studie zu Patientenlotsen werden. Die Lotsen begleiten bestimmte Patienten bei den schwierigen Fragen des Gesundheitssystems.

“Heilmitteltherapeuten seien keine Handlanger”

Weiteren Verbesserungsbedarf sieht die neue Patientenbeauftragte in der Heilmittelversorgung deutscher Patienten. Nicht nur Fachärzte und Pflegekräfte würden seien gesucht, sondern auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden, so Fischbachs Erfahrungen aus ihrem Heimatland NRW. Heilmitteltherapeuten seien keine „Handlanger, sondern qualifizierte Fachkräfte, die fair bezahlt werden und mit Ärzten auf Augenhöhe arbeiten müssen.“

Fischbach, 1957 in Wanne-Eickel geboren, ist seit 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit. Seit 1998 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2001 bis 2005 war sie stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von 2005 bis 2009 Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2007 bis 2009 war sie Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, von 2009 bis 2013 stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Fischbach ist verheiratet und hat eine Tochter.

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Felix Gimm
Volontär
Jahrgang 1988, geboren in Eberbach. Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Jena, Thessaloniki (GR) und Marburg.