DKG nimmt Stellung zum Krankenhausreport der AOK

Viele Krankenhäuser hätten zu wenig Erfahrung bei bestimmten Eingriffen bemängelte kürzlich die AOK in ihrem Krankenhaus-Report 2017. Die AOK fordert desahlb, dass die Kliniken Mindestmengen an Operationen durchführen, um mehr Routine zu gewinnen.

Mindestmengen seien jedoch ein längst eingeführtes und auch von den Krankenhäusern anerkanntes Instrument der Qualitätssicherung, erwidert nun die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Die DKG weist darauf hin, dass Mindestmengen nur eines von vielen Qualitätssicherungsinstrumenten seien, die die Krankenhäuser eingeführt hätten. „Für viele Leistungen erfolgen umfassende Auswertungen über Komplikationen und Infektionen. Auch machen die Kliniken ihre Leistungszahlen bei einzelnen Operationen transparent, so dass sich Patienten sehr gut über Qualität und Leistungsspektrum der Krankenhäuser informieren können“, sagt DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die Logik, bei 50 Operationen darf man, bei 49 nicht, seinicht nachvollziehbar und diene auch nicht der Sicherung der Versorgung, die bei z. B. 75.000 Schilddrüsenoperationen auch in der Fläche gesichert sein müsse.

Das Instrument der Mindestmengen in Bereichen weiterzuentwickeln, wo sie sinnvoll sind, steht für die DKG dabei außer Frage. “Die mit der Krankenhausreform geschaffenen neuen gesetzlichen Grundlagen sind eine gute Grundlage, Mindestmengen für weitere relevante medizinische Leistungen einzuführen und die Bestehenden weiterzuentwickeln”, erklärt Baum.

„Die Studien des Reports zeigen, dass bei hochkomplexen Leistungen, wie Krebsoperationen an der Speiseröhre Mindestmengen alleine keine Lösung sind. Notwendig sind interdisziplinäre Teams und den gesamten Behandlungsprozess umfassende organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen – von der OP bis zur Versorgung auf der Intensivstation. Die Krankenhäuser sind längst dabei, solche Strukturen in spezialisierten Zentren zu entwickeln. Auch der Gesetzgeber hat mit der Krankenhausreform dafür neue Grundlagen geschaffen. Umso unverständlicher ist, dass die Krankenkassen die Bildung und Förderung von Zentren erschweren bzw. die Anwendung der neuen Fördermöglichkeiten systematisch verweigern. Anders ist die Klage des GKV-Spitzenverbandes gegen die von der Schiedsstelle festgelegten neuen Förderbedingungen für mehr Zentren nicht zu erklären“, so der DKG-Hauptgeschäftsführer.

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Felix Gimm
Volontär
Jahrgang 1988, geboren in Eberbach. Studium der Politikwissenschaft an den Universitäten Jena, Thessaloniki (GR) und Marburg.