Am 14. Juni ist Weltblutspendertag – Dauerspender gehen in Rente, an Nachwuchs mangelt es

Während der Bedarf an Blutspenden ungebrochen ist, sinkt die Zahl der Blutspenden. Der Nachwuchs an jungen Blutspendern zwischen 18 und 25 Jahren wird immer weniger. Zum Weltblutspendertag gibt es eine Reihe von bundesweiten Aktionen und Apellen von Blutspendediensten, Institutionen und Gesundheitsministern. Es ist aber auch ein Dank an alle regelmäßigen Spender.

Blutspendeveranstaltung

Blutspendeveranstaltung ©DRK

Blutspende in Deutschland

In Deutschland wurden laut DRK im vergangenen Jahr ca. 4,2 Millionen Vollblutspenden entnommen. Davon kommen rund 3 Millionen Vollblutspenden von den sechs regional tätigen DRK-Blutspendediensten.

2017 führen die DRK-Blutspendedienste in Deutschland rund 40.000 Blutspendetermine durch. Nach strengen ethischen Normen – freiwillig, gemeinnützig und unentgeltlich. Das DRK deckt damit auf der Grundlage freiwilliger und unentgeltlicher Blutspenden knapp 70 Prozent der Blutversorgung in Deutschland ab.

In Deutschland beruht die Versorgung mit Blutprodukten auf zwei weiteren Säulen: Die restlichen 30 Prozent werden durch private Blutspendedienste und staatlich, kommunale Versorgungszentren gewährleistet. Letztere sind maßgeblich Universitätskliniken, die Ihre eigenen Blustspendezentralen haben und damit auch ihren höheren Bedarf abdecken.

Lückenlose Versorgung mit Blut gewährleistet

Die aktivste Generation unter den Blutspendern ist die, die bald in Rente geht oder schon ist. Viele Dauerspender fallen weg – und werden oft zu Empfängern von Blutprodukten. Blutspender über 68 Jahren müssen eine Vorsorge-Untersuchung durch den Hausarzt machen und eine Bescheinigung ausfüllen lassen, denn keinesfalls darf die Gesundheit des Spenders beeinträchtigt werde. Diejenigen, die dann noch in Frage kommen werden kontinuierlich weniger. Dazu kommt, dass es an Nachwuchs mangelt. Es gehen 3 Prozent der Bevölkerung Blut spenden, aber es könnte nach den gesetzlichen Vorgaben ein Drittel der Bevölkerung sein. Vor allem die jungen Erstspender im Alter von 18-25 Jahren gilt es zu motivieren, zumal diese Gruppe durch den Geburtenknick ohnehin schmäler geworden ist. Aber dramatisch sei die Lage nicht, versichert Kerstin Schweiger, Pressesprechern des DRK. Das DRK kann weiterhin Vollblutspenden für die flächendeckende, umfassende Patientenversorgung nach dem Regionalprinzip zur Verfügung stellen. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Blutspendeveranstaltungen

Jedes Jahr werden am Weltblutspendertag exemplarisch Blutspenderinnen und Blutspender aus Deutschland im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Berlin geehrt und mit verschiedenen Aktionen auf den Aktionstag aufmerksam gemacht. Das DRK versucht auch rund ums Jahr mit seinen Partnern  die Blutspendetermine möglichst attraktiv zu gestalten und so Erstspender zu gewinnen. Zum Beispiel konnte letztes Jahr eine Sonder-Blutspendeaktion in Berlin und München mit dem Team des Musicals Tanz der Vampire zu Beginn der Sommerferien durchgeführt werden. Mit dem DRK-Team zusammen wurde um jede Blutspende gewetteifert. Auch zu Halloween gibt es regelmäßig besondere Blutspendeveranstaltungen mit Kürbissuppe, Gruselgebäck und Gruseldekoration.

Blutspenden sind lebenswichtig

Blutspender sind „Lebensretter“, etwa 108 Millionen Blutspenden werden weltweit pro Jahr benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Eine Vielzahl von Patienten verdankt ihr Leben fremden Menschen, die ihr Blut freiwillig und uneigennützig spenden. Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen sind vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen. Auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib konnten Ärzte bereits Leben erhalten und schwerste Schädigungen vermeiden, dank Blutspenden.

Kleiner Stich, große Wirkung

Wenn Sie mit einer Blutspende helfen wollen können Sie sich im Internet unter www.blutspende.de oder unter der kostenfreien Service-Hotline 08 00/1 19 49 11 informieren und Erstspender werden.

 

 

Lorenz Seitz
Praktikant
Jahrgang 1979, geboren in Ulm.